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7. Juni 2018

Wo wir herkommen

Im Sommer 1979 fuhr Unternehmensgründer Ulrich Walter zum Bioladen seiner Kleinstadt Diepholz. Er brauchte Möhren, Brot, vielleicht auch Haferflocken. Als er rauskam, hatte Ulrich Walter das ganze Geschäft gekauft. Wie es dazu kam?

Im Fenster hing ein Schild, darauf stand „Geschäftsaufgabe“. Der Inhaber hatte es eilig. Er wollte zu Bhagwan nach Poona. Walter sagte kurzentschlossen zu ihm: „Nimm das Schild da wieder raus, ich übernehme die Verantwortung.“

Gemeinsam mit seiner Frau betreibt der Sozialpädagoge den Laden zuerst nebenberuflich. Sie verlegen ihn in ein renoviertes Fachwerkhaus in zentraler Lage und schließen ein Café an. Regelmäßig gibt es dort Kulturveranstaltungen und Ausstellungen. Mit der Zeit wird der Arbeitsumfang so groß, dass Ulrich Walter seinen Job im städtischen Jugendzentrum aufgibt. Aus dem Sozialpädagogen wird ein Einzelhändler und der stellt fest: Kaffee, Tee und Gewürze in Bioqualität gibt es nicht. Ulrich Walter weiß sofort, dass dieses Ärgernis nicht nur seinen Laden betrifft, und organisiert die Herstellung der fehlenden Waren.

Buschpiloten und ägyptische Pharmakologen

Mit dem VW Bulli fährt er die Provence nach Kräuterbauern ab. Buschpiloten fliegen ihn zu versteckten Kaffeeplantagen in die Hochtäler Südmexikos. Dann hört er von einem Österreicher, der in Ägypten Kräuter anbauen soll. Walter schreibt ihm Briefe, erhält aber keine Antwort. Schließlich fliegt er nach Kairo. Der Kräuterbauer entpuppt sich als weltgewandter ägyptischer Pharmakologe. In der Wüste werden sie Freunde. Seitdem baut Dr. Abouleish auf der SEKEM-Farm für Lebensbaum Kräuter an.

Lebensbaum Abpackung

Vom Bioladen zum Hersteller

Den Bioladen betreibt das Ehepaar Walter noch einige Jahre, mehr und mehr aber rückt die Herstellung von Kaffee, Tee und Gewürzen unter dem Markennamen Lebensbaum in den Mittelpunkt. In den 1980er Jahren entwickelt Walter die Lebensbaum Synthese aus grünem Kerngeschäft und bedingungsloser Qualitätsorientierung. Kaffee, Tee und Gewürze lässt er biologisch anbauen und gibt damit einer Form der Landwirtschaft Auftrieb, die unsere Natur zu erhalten weiß und zugleich Lebensmittel von besonderer Güte hervorbringt.

Spätestens Anfang der 90er Jahre wird deutlich, dass Ulrich Walter mit seiner Produktphilosophie nicht ganz falsch liegt: Mehr und mehr Kunden hinterfragen eine Lebensmittelwelt, die sich im Dilemma aus Lebensmittelskandalen und Billigpreisen zunehmend verheddert. Bei Lebensbaum fühlen sie sich gut aufgehoben, machen Lebensbaum sogar zum Marktführer.

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